Nicht umsonst so bezeichnet, denn Hallstatt liegt malerisch am Südwestufer des Hallstätter Sees auf dem Schwemmland des Mühlbachs. Dieser Ort ist schon seit frühgeschichtlicher Zeit für den Salzbergbau bekannt.
Bereits in der Jungsteinzeit gibt es Hinweise auf eine regelmäßige Präsenz von Menschen im Inneren Salzkammergut. (Steinbeile, um 5000 v. Chr.).
Wann die Menschen die salzhaltigen Quellen entdeckten, lässt sich heute nicht mehr sagen. Aber bereits um 5000 v. Chr. waren sie auch immer wieder im Salzberghochtal, was eigentlich nur mit Salzgewinnung in Zusammenhang stehen kann.
Wirklich industrielle, bergmännische Gewinnung von Steinsalz lässt sich ab dem 15. Jhdt. v. Chr. nachweisen. Dem Salz wird in Schächten bis in eine Tiefe von 200 Metern nachgegangen.
In der Bronzezeit wird am Berg aber nicht nur Salz gebrochen, sondern gleich vor Ort zur Herstellung von Speck genutzt: In großen Holzbecken wird Schweinefleisch in industriellem Umfang gesurt (gepökelt).
Im 9. Jhdt. wird am Berg der Abbau umgestellt und man folgt dem Salz nun in riesigen horizontalen Abbaukammern, die Dimensionen von 200 Metern Länge, 20 Metern Höhe und 20 Metern Breite erreichen können. Das Salz aus diesen Hallen bildet die Grundlage für den überdurchschnittlichen Reichtum der Hallstätter Knappen. Dieser Reichtum manifestiert sich in den Beigaben, die den Verstorbenen auf ihre letzte Reise mitgegeben wurden. Der Friedhof der althallstätter Bergleute im Salzberghochtal wurde vor über 150 Jahren entdeckt.
Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts konnte man Hallstatt nur mit dem Schiff oder auf schmalen Saumpfaden erreichen. Im Ort selbst hatte man den geringen Raum zwischen Berg und See bis aufs Letzte genutzt. Verbindungen zwischen den am See stehenden Häusern gab es nur per Boot oder über den oberen Weg, einen schmalen Gang über Dachböden. Erst 1890 errichtete man eine Straße nach Hallstatt entlang des Westufers, die streckenweise in den Fels gesprengt wurde.
Die siedlungsfeindliche unwirtliche Berggegend wurde dennoch vielleicht schon im Neolithikum aufgesucht. Grund sind die reichen natürlichen Salzvorkommen, die bereits seit Jahrtausenden abgebaut werden. Älteste Funde (z. B. ein altneolithischer Schuhleistenkeil) datieren etwa 5.000 v. Chr. Allerdings wurden solche Steingeräte als Donnerkeil im Mittelalter und der Neuzeit auch weit verhandelt. 1846 entdeckte Johann Georg Ramsauer ein Gräberfeld hoch oben am Salzberg. Auch eine der ersten Eisenschmieden wurde hier ausgegraben. Reger Handel und der damit einhergehende Wohlstand ermöglichten die Entwicklung einer hohen Kultur, die nach den Funden im Salzberghochtal Hallstattkultur benannt wurde und von etwa 800 bis 400 v. Chr. währte und den Namen des Ortes auf der ganzen Welt bekannt machte.
Aus Römerzeit und frühem Mittelalter gibt es keine urkundlichen Nachrichten. 1311 erlangte Hallstatt das Marktrecht, ein Zeichen, dass der Ort seine wirtschaftliche Bedeutung nicht verloren hatte. Neben der Salzgewinnung (eine Soleleitung bringt das Salz seit 1607 nach Ebensee am Traunsee) erlangte der Tourismus seit dem 20. Jahrhundert eine zentrale Bedeutung.
Anders als früher angenommen und bis heute in Fremdenverkehrsprospekten behauptet, ist der Namensbestandteil „hall“ nicht auf das keltische Wort für Salz zurückzuführen, das wohl saleinom gelautet hat. Zwar heißt Salz im Walisischen „halen“, aber der Lautwandel von s- zu h- im Anlaut wurde nur in den britannischen Sprachen vollzogen und nicht in den keltischen Sprachen des europäischen Festlands. Das einheimische keltische Wort wäre also nicht als „Hall“ ins Deutsche übernommen worden, sondern als „Salln“ o. ä. „Hall“ dagegen dürfte (Stifter 2005) von einem urgerm. hallan (‚Salzkruste‘) abstammen, das mit lateinisch callum (‚harte Haut‘, ‚verkrustete Stelle‘) in Zusammenhang zu bringen ist.
1 Alexander von Humboldt
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